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Auf die sanfte Tour

Entspannt ins Babyland

Stress schmälert die Fruchtbarkeit, besonders der Stress, unbedingt ein Kind zeugen zu wollen. Über Loslassen, Zupacken und die richtigen Beckenbewegungen.

Erfolgsdruck stört die Harmonie der Hormone

Keine Zigaretten, keinen Alkohol, gesundes Essen, ordentlich Bewegung und verdammt viel Verkehr: Alles war perfekt aufs Kind ausgerichtet. Bloß kommen wollte das Kleine nicht. Erst als das Paar seine Kinderlosigkeit zu akzeptieren begann, stellte sich das ersehnte Baby ein. Keine Ausnahme. Immer wieder berichten Frauen davon, dass sie schwanger wurden, nachdem der Erfolgsdruck von ihnen gewichen war und sie sich neuen Lebensplänen zugewandt hatten. Als Erklärung sehen Mediziner, dass ausgeprägter Stress die Hormonproduktion des Körpers und die Fruchtbarkeit negativ beeinflusst. Allerdings ist große emotionale Anspannung weniger die Ursache, als eher eine Folge des unerfüllten Kinderwunsches, zeigte die Studie zur Heidelberger Kinderwunsch-Sprechstunde, an der sich von 1994 bis 2000 rund 1.000 Paare mit Babywunsch beteiligten. Ergebnis: Bei denjenigen, die an psychologischen Beratungen teilnahmen, sanken entstandene seelische Belastungen. Der Kinderwunsch ging bei diesen Paare dennoch nicht häufiger in Erfüllung als bei denen ohne psychologische Begleitung. Andere Untersuchungen zeigten hingegen, dass sich Stressabbau positiv auswirkt. In einer US-Studie beispielsweise ging der Babytraum öfter in Erfüllung, wenn die Frauen Entspannungsmethoden und Techniken aus der Verhaltenstherapie praktizierten oder psychosoziale Hilfe bekamen. In diesen Gruppen betrug die Schwangerschaftsrate 55 bzw. 54 %, in der Kontrollgruppe nur 20 %.

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Von A wie Abschalten bis Z wie Zenmeditation

Egal, ob Entspannung die Fruchtbarkeit nun bedeutsam anregt oder nicht: Wohlbefinden und Lust steigert sie allemal. Beides Dinge, die ungewollt Kinderlose gut gebrauchen können. Die Klassiker zum Abschalten sind Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung. Sie lassen sich einfach per Ratgeber, DVD oder Kurs erlernen. Anspruchsvoller wird es bei Meditationsformen und fernöstlichen Methoden wie Tai Chi, Qi Gong oder Yoga. Sie sollten zunächst unter Anleitung kundiger Trainer geübt werden, um sich nichts Falsches anzueignen. Danach lassen sie sich auch allein zu Hause praktiziert.

Auf Streichelkurs zu Lust und Leichtigkeit

Gut fürs Loslassen und lohnend fürs Liebesleben sind Partnermassage. Die gegenseitigen Berührungen schenken Ruhe und Geborgenheit. Außerdem können sie die sexuelle Lust stimulieren. Langsames Reiben, sanftes Kneten und Vibrieren vermögen Verspannungen zu lösen, den Stoffwechsel anzuregen und die Durchblutung zu fördern. Besonders angenehm sind Streichbewegungen über den ganzen Körper einschließlich der Finger und Zehen. Damit der Partner bei der Massage nicht friert, sollte der Raum angenehm temperiert sein und gerade nicht bearbeitete Körperstellen zugedeckt werden. Zahlreiche Anregungen für Partnermassagen finden Paare in Ratgebern und Tantrabüchern. Schöne Variante: sich von fachkundigen Händen streicheln und massieren lassen. Sehr befreiend wirkt z.B. eine Hawaiianische Bodyflow Massage, die traditionell als Einstimmung auf die Hochzeitsnacht verabreicht wurde. Sie lässt sich mit Partner oder allein genießen.

Mehr Zeugungskraft durch Luna-Yoga und Bauchtanz

Es klingt erdenfern, aber besonders Frauen schwören drauf: Luna-Yoga soll den weiblichen Zyklus harmonisieren und die Fruchtbarkeit steigern. Aber auch bei Männern soll sich die Spermienqualität verbessern. Wie alle Yogaarten kräftigt Luna-Yoga außerdem den Körper, sorgt für Entspannung und allgemeines Wohlbefinden. Ausgehend vom klassischen Hatha-Yoga verbindet diese Luna-Yoga bestimmte Haltungen und Bewegungsabfolgen mit Atemübungen und Meditation. Das Besonderes ist jedoch, dass es die Aufmerksamkeit speziell auf die Körpermitte und das Becken lenkt. Die Übungen fördern die Durchblutung des Unterleibs, regulieren die Funktionen der Beckenorgane, kräftigen den Beckenboden und sensibilisieren für den eigenen Körper. Luna-Yoga sollte am besten in einem Kurs unter fachlicher Anleitung gelernt werden, um es dann zu Hause korrekt praktizieren zu können. Das gilt auch für einen weniger bekannten Fruchtbarkeitskick: den Bauchtanz. Seine Bewegungen durchbluten ebenfalls den Unterleib, stärken den Beckenboden und verbessern das allgemeine Körpergefühl. Das wirkt positiv auf die Zeugungskraft von Frauen und erleichtert später sogar die Geburt. (mj)


Quelle: Nach Informationen der Universität Heidelberg, von urbia.de und luna-yoga.de
Autor: Martina Janning
Stand: Dec 23, 2008


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