
Motive
Warum Paare ein Baby wollen
Ein Kind aufwachsen sehen, dem Leben Sinn geben oder die Liebe krönen: Warum Paare Eltern werden wollen, variiert stark. Die meisten haben mehrere Gründe.
Sichere Zeiten, viele Geburten
Es wird viel darüber geredet, warum die Geburtenrate in Deutschland besonders gering ist: finanzielle Unsicherheit, Angst vor Arbeitslosigkeit, schwere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Karriereknick Schlagworte, hinter denen sich neben nüchternden Überlegungen viele Gefühle verbergen, vor allem Sorgen, Ängste, Nöte. Für die meisten Menschen setzt die Entscheidung für Kinder Stabilität und Sicherheit voraus. Studien belegen: Sind die Zukunftsaussichten unsicher und instabil, verzichten Frauen und Männer eher auf Nachwuchs. Beispielsweise sank die Geburtenrate deutlich nach dem Zusammenbruch der DDR.
Glücksbringer Kind
Ob ein Paar ein erstes, zweites oder drittes Kind will, hängt meist nicht nur von einem Faktor ab. In der Regel gibt es eine ganze Reihe von Gründen, sich gegen oder für ein Kind zu entscheiden. Anders als früher geht es dabei nicht darum, das Auskommen der Familie oder den eigenen Lebensabend zu sichern. Heute haben Kinder eher eine psychologische Funktion. Frauen und Männer wollen die Erfahrung machen, Eltern zu sein. Sie wollen ein Kind aufwachsen sehen, die Welt durch Kinderaugen neu ergründen und das Wesentliche im Leben entdecken. Für die meisten Paare ist der richtige Zeitpunkt für Nachwuchs gekommen, wenn sie sich ausgetobt fühlen, es im Job gut läuft und die materielle Basis zum Nestbau gegeben ist.
Stabile Beziehung als Basis
Emotional muss es ebenfalls stimmen: Für 73% der Männer und 61% der Frauen ist eine stabile Beziehung Voraussetzung, um sich für ein Kind zu entscheiden, ergab eine Studie der Robert-Bosch-Stiftung. Wer ein Kind in die Welt setzt, bindet sich und zwar für lange Zeit. Ein bewusstes Ja ist daher fast wie ein Eheversprechen. Kein Wunder, dass manche Paare ein Baby als die Krönung ihrer Liebe ansehen. Oft berichten Eltern nach der Geburt sogar, dass sie sich wie frisch verliebt fühlen. Aber Kinder binden Eltern auch ans Leben aus Einzelkämpfern wird eine Familie, ein Team. Und sie verändern die Beziehungen zu anderen Menschen wie den eigenen Eltern beispielsweise.
Paarprüfung durch Kinderfrage
Ein Baby kann viel Sinn stiften, aber kaum eine marode Partnerschaft kitten. Wenn das Fundament nicht stimmt, bricht eine Beziehung trotz Kind über kurz oder lang zusammen. Daher hat es auch wenig Sinn, ein Kind ohne Wissen des Partners zu fossieren und Verhütungsmittel einfach weg zu lassen. Männer reagieren zwar zögerlicher, wenn es um ein Nachwuchs geht. Wenn aber alle Argumente für ein Baby partout nicht fruchten, ist der Partner wohl schlicht der falsche für eine Frau, die sich nach einem Kind sehnt.
Mit Geduld zur Schwangerschaft
Ist das Ja für ein Kind erst einmal gefallen, kann es vielen Paaren gar nicht schnell genug mit der Familiengründung gehen. Wie lange es bis zur Empfängnis dauert, hängt jedoch von vielen Dingen ab, darunter Alter, Gesundheit und wie oft das Paar Verkehr hat. Statistiken liefern aber Anhaltspunkte. Demnach werden 20-Jährige nach etwa 2,5 Monate schwanger, 40-Jährigen nach fast zwei Jahre. Ein Drittel der 32- bis 37-jährigen Frauen wartet länger als ein Jahr, bei den 38- und 42-jährigen sind es mehr als 70 Prozent. Wer jahrelang verhütet hat, muss im Schnitt etwas mehr Geduld aufbringen, sagen Gynäkologen. Die Fruchtbarkeit beeinträchtigen Anti-Baby-Pille, Spirale oder Hormonstäbchen jedoch nicht.






