21026_Gesunde_Ernaehrung

Ernährung

Eiscreme für die Fruchtbarkeit, Folsäure für ein gesundes Kind

Vitaminreiches Essen hilft dabei, dass das Ei-Samen-Event ein Erfolg wird. Damit sich das Baby gesund entwickeln kann, sind zusätzliche Nährstoffe nötig.

Gesunde Kost fürs Kinderkriegen

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, heißt es. Und das schafft gute Bedingungen, um ein gesundes Baby zur Welt zu bringen, ließe sich ergänzen. Genau genommen spielt die Ernährung aber schon vor der Zeugung eine entscheidende Rolle, sie beeinflusst nämlich die Fruchtbarkeit. Frauen und Männer, die sich ein Kind wünschen, sollten daher auf gesunde Kost achten. Insgesamt bedeutet das, abwechslungsreich und ausgewogen zu essen. Viel Gemüse und Obst sorgen dafür, dass Paare die Vitamine und Mineralien erhalten, die sie fürs Kinderkriegen brauchen. Nebenbei hilft eine solche Ernährung, überzählige Pfunde abzubauen. Das ist sowieso gut, aber Übergewicht kann auch den Eisprung beeinträchtigen. Von einer Diät vor der Schwangerschaft raten Ernährungsexperten jedoch ab, da sie leicht zu einem Mangel an Nährstoffen führen und somit Mutter und Kind schaden kann.

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Folsäure-Tabletten sind ein Muss

Es gibt einige Nährstoffe, auf die Frauen mit Babywunsch sehr sorgsam achten müssen. Ganz wichtig ist genug Folsäure. Bei Frauen, die wenig dieses Vitamins zu sich nehmen, steigt das Risiko einer Fehlgeburt und für Geburtsfehler. Da der Fetus schon in einem ganz frühen Stadium der Entwicklung Folsäure benötigt, um Fehlbildungen wie einen offenen Rücken (Spina bifid) oder eine Lippenspalte (Neuralrohrdefekte) zu vermeiden, müssen Frauen schon vor der Schwangerschaft auf eine ausreichende Zufuhr achten. Ärzte empfehlen 0,4 mg zusätzlich am Tag. Dieser erhöhte Bedarf lässt sich auch mit ausgewogener, vitalstoffreicher Ernährung nicht decken, urteilen die Experten des Bundesinstituts für Risikoforschung. Um Folsäure-Tabletten kommt eine Frau mit Kinderwunsch daher nicht herum.

Nährstoffe aus der Nahrung reichen oft nicht

Nahrungsergänzungsmittel können auch sinnvoll sein, um einen Zinkmangel auszugleichen. Zu wenig Zink kann nämlich zu unregelmäßigen Monatsblutungen, Fehlgeburten, Schwangerschaftstoxikose und verlängerten Wehen führen. In der Schwangerschaft erhöht sich der Bedarf an Zink von 7-15 mg auf 20 mg. Zum Vergleich: 100 g Vollkornbrot enthalten 2,4 mg Zink und 100 g Käse 3,1 mg Zink. Leidet der Körper einmal unter Zinkmangel, braucht er rund 6-8 Wochen genug Zink, bis sich der Status normalisiert hat. Ist eine Frau schon schwanger, kann sie auch ihren Jodbedarf von 230-260 mg am Tag kaum über die Nahrung befriedigen. Jod-Tabletten schützen Mutter und Kind daher vor möglichen Gesundheitsschäden. Der Bedarf an Eisen lasse sich hingegen meist gut über die Nahrung decken, urteilen die Ernährungsberaterinnen Ute Körner und Ruth Rösch. Und das, obwohl der Verbrauch sich in der Schwangerschaft verdoppelt. Einem Eisenmangel könne eine Schwangere am besten mit 400-500 g magerem Fleisch und fettarmer Wurst pro Woche entgegenwirken, sagen die Expertinnen. Aber auch Fenchel, Spinat und Linsen seien gute Eisenlieferanten – sofern sie mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln wie etwa Orangensaft kombiniert werden. Durch das Vitamin C kann der Körper das ansonsten schlecht verwertbare Eisen in pflanzlichen Nahrungsmitteln aufnehmen. Fehlt es an Eisen, steigt das Risiko für eine Frühgeburt.

Eiscreme macht fruchtbar, Kaffee vielleicht nicht

Konfliktfall Kaffee: Einige Studien weisen darauf hin, das Koffein Schwangerwerden erschwert. Andere bestätigen das nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung urteilt jedenfalls, dass bis zu vier Tassen Kaffee über den Tag verteilt getrunken in der Regel keinem gesunden Erwachsenen schaden. Während der Schwangerschaft sollten Frauen aber nur hin und wieder einen Kaffee trinken. Denn das Koffein gelangt über die Nabelschnur in den Körper des Babys. Da der kindliche Organismus Kaffee noch nicht richtig abbauen kann, wird das Ungeborene zappelig und aufgedreht. Eine gute Nachricht haben Wissenschaftler hingegen für Liebhaberinnen von Eiscreme. Sie fanden heraus, dass Speiseeis und andere fettreiche Milchprodukte die Fruchtbarkeit erhöhen. Kalorienarme Milchwaren verringern dagegen die Aussicht auf eine Schwangerschaft, ergab eine Studie der Universität Harvard. (mj)


Quelle: Nach Informationen des Bundesinstituts für Risikoforschung, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, des Berufsverbands der Frauenärzte in Deutschland, wissenschaft.de, Ute Körner und Ruth Rösch: Ernährungsberatung in Schwangerschaft und Stillzeit, Hippo
Autor: Martina Janning
Stand: Aug 14, 2008


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