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40 Plus

Späte Mütter und Väter sind gefestigter

"Erst Karriere, dann ein Kind", lautet ein Grund für spätes Elternschaft. Die muss kein Nachteil sein, obwohl gesundheitliche Gefahren mit dem Alter wachsen.

Die Biologie, die Umstände, die Kariere

Popikone Madonna und TV-Moderatorin Sandra Maischberger und Prinzessin Caroline von Monaco haben eins gemeinsam: alle drei bekamen mit über 40 Jahren ein Kind. Was Verwandte und Freunde vor wenigen Jahrzehnten noch regelrecht bestürzte und zu Sorgen und Mitleid nötigte, wird immer normaler – auch bei Erstgeburten. Laut Gender Datenreport der Bundesregierung hatten 1991 nur 0,8 % der erstgeborenen Kinder eine Mutter von 40 Jahren und älter, im Jahr 2000 waren es 1,8 % und 2003 bereits 3,9 %. Tendenz weiter steigend. Die Gründe für spätes Elternglück sind unterschiedlich. Viele Frauen wollen erst in ihren Beruf Fuß fassen und finanziell abgesichert sein, bevor sie ein Kind in die Welt setzen. Häufig fehlt der richtige Partner, dem eine Frau die Vaterrolle zutraut, oder der aktuelle Freund will keinen Nachwuchs. Ebenso gibt es Väter, die bereits Kinder aus früheren Beziehungen haben und lange überlegen, ob sie die Verpflichtung für eine weitere Tochter oder einen weiteren Sohn eingehen wollen. Manchen Paare ist das Elternwerden in jungen Jahren auch einfach verwehrt geblieben.

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Ausgetobt ins Elternglück

Während früher nur die negativen Aspekte einer späten Mutterschaft gesehen wurden, rücken heute auch positive Seiten ins Blickfeld. Ältere Frauen bekommen meist Wunschbabys und erleben ihre Mutterrolle als Bereicherung – das wirkt sich gut auf das Kind aus. Eine Frau in den 40ern hat eine entwickelte Persönlichkeit und muss sich nicht mehr austoben; vielen fällt es daher leichter, eigene Bedürfnisse zugunsten des Kindes zurückzustellen. Reife Mütter sind oft ausgeglichener und reagieren gelassener. Die verbreitete Befürchtung, dass sie ihre Kinder überbehüten, erfüllt sich in der Regel nicht. Erzieher beobachten: Nur wer schon immer ängstlich war, neigt dazu, seinen Sprössling zu stark beschützen zu wollen. Ein weiterer Pluspunkt später Elternschaft: Ältere Paare verbindet meist eine reifere Beziehung, die nicht so schnell auseinanderbricht und einem Kind einen stabilen Rahmen für seine Entwicklung bieten kann. Wer mit über 40 noch Mutter oder Vater werden will, sollte sich allerdings klarmachen, dass der Alltag mit Kindern anstrengend ist. Körperliche Fitness ist deshalb ein Muss, um ihn gut zu überstehen. So einfach es inzwischen scheint: Die Kinderplanung gezielt auf die 40er Jahre zu vertagen, kann auch böse ausgehen. Die Fruchtbarkeit nimmt mit den Jahren nämlich rapide ab. Die Hälfte der dreißigjährigen Frauen, die 2-3 Mal in der Woche Sex haben, werden nach 3-4 Monaten schwanger, Vierzigjährige erst nach über eineinhalb Jahren. Zum einen wird der Zyklus unregelmäßiger, zum anderen nistet sich eine befruchtete Eizelle seltener in die Gebärmutter ein. Aber auch Samenzellen werden im Alter träger.

Mehr Risiken für ältere Mütter und ihre Kinder

Ärzte raten nicht per se von einer späten Schwangerschaften ab. Doch je älter eine Frau ist, umso mehr gesundheitliche Gefahren existieren für Mutter und Kind. Ab 35 Jahre sprechen Mediziner von einer Risikoschwangerschaft. Vor allem Chromosomenstörungen nehmen zu, deswegen Schwangerschaften bei Frauen ab Mitte 40 sehr oft mit einer Fehlgeburt enden. Auch Behinderungen bei den Kindern, wie ein Down-Syndrom, werden wahrscheinlicher. Ältere Frauen leiden zudem häufiger an Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und Gefäßveränderungen, die sich in der Schwangerschaft verschlimmern und zu Komplikationen führen können. Die meisten Risikoschwangerschaften und die späten Geburten verlaufen jedoch völlig problemlos. Ein Grund ist sicherlich, dass ältere Frauen äußerst gut acht geben: Sie ernähren sich bewusst, rauchen nicht, trinken keinen Alkohol, meiden Stress und nehmen Untersuchungen penibel wahr. (mj)


Quelle: Nach Informationen des ORF, der taz und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Gender Datenreport der Bundesregierung
Autor: Martina Janning
Stand: Nov 28, 2007


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